AhnenGaben



Es ist der 4. Januar 2000. 

Der Professor der Kunstgeschichte betritt mit seinem Stehkragen charismatisch den Saal und eröffnet den Raum und das neue Jahr(tausend):

'Herzlich willkommen im Jahr 2000. In diesem neuen Jahrtausend hat die Menschheit die Dualität zwischen Körper und Geist nicht mehr nötig.' 

Ich ließ den Satz erstmal so wirken und manchmal dachte ich daran zurück. Jetzt 23 Jahre später möchte ich schon noch einige Worte dazu verlieren.   

Aus eigener Erfahrung, wie ich seitdem spüre wie alles aufeinander einwirkt. Wie meine geistige Gesundheit sich auf meinen Körper überträgt und umgekehrt. Wie ich dankbar bin, dass ich in so guten Händen bin. Auch dass ich an 'die alten Gruben' herankomme. Dinge aufzulösen, wo ich dachte, na den Schmarrn  werde ich vielleicht nie los. Um dann festzustellen, ja du hast dich diesem immer wieder gestellt. Du hast dir dies angeschaut und tief gespürt... es bewegt sich doch! 

Und wie der Körper auf den Geist wirkt...... auf die Wurzeln.... hin zu den Ahnen. Denn die Perlen liegen unter unseren Füßen. 

Letzte Woche half ich, eine Scheune ökologisch für den Winter auszubauen. Dabei dachte ich an meine Oma mütterlicherseits, wie sie als Tischlerin ihre Familie ernährte, denn mein Opa konnte durch seine Kriegsbehinderung nur wenig verdienen. Seine Handwerkskunst ließ nur wenig Einkommen zu.

Und ich spürte wie sich diese körperliche Tätigkeit auf meinen Geist auswirkte. Das Thema der Vorfahren, der Ahnen, präsent. Sich zu verbinden mit Handwerk und Künsten, mit Werkstoffen, etwas mit den Händen zu gestalten, zu werkeln. Das wirkt auf den Geist, auf die Wurzeln, auf die Anbindung. Ebenso alles andere körperliche, stoffliche. Musizieren, Hausarbeit, mit dem Besen durchs Haus, alles wirkt. 

Ein anderes Thema, das die geistige Ausrichtung meiner väterlichen Ahnen betrifft, ist für mich die Pastor-Dynastie, wie mein Vater seine Vorfahren betitelt. Sie waren für mehrere Generationen Pfarrer und Seelsorger. Sie nahmen das Wort Christi Ernst und lebten ein wohliges Leben mit ihren großen Familien. 

Einer von diesen Pastoren wurde von seinen Fans liebevoll Väterchen Scheele genannt und zu größeren christlichen Festen wie z.B. Ostern pilgerten sie aus Berlin ins Ländliche, um seine Predigten zu hören. Zum Ende seines Lebens veröffentlichte Väterchen Scheele ein kleines Buch mit dem Namen 'Die Fläminger Predigten', das ich neulich in den Händen hielt.

Dann gibt es im besagten ländlichen Ort noch das Café Rose, der Herkunftsfamilie meiner Urgroßmutter Clara Rose, der Frau von Väterchen Scheele. Dieses Cafe existiert heute immer noch unverändert im Jugendstilbau, siehe das Bild anbei. Der neue Betreiber hat es letztes Jahr geschlossen. Es wird in Rezensionen bei google als unsaniert und altmodisch beschrieben. Da könnte man sicher einiges draus machen.  Toll wäre es, man könnte es modern im Jugenstil-Vibe neu aufleben lassen. 

Unser Unterbewusstsein hat all die Erfahrungen und Gaben, aber auch die Betäubungen und Traumatas unserer Vorfahren gespeichert. Um an die wundervollen Geschenke zu kommen, dürfen wir auch die alten Ablagerungen annehmen und aus den Wunden Wunder werden lassen. 

Dann werden Körper und Geist wieder eins. Denn unser Körper ist doch ein heiliges Gefäß für ein Vermächtnis, das viel älter ist, viel weiser als wir ahnen. 

Dann können wir uns mit der Kraft des Unterbewusstseins auf eine Art verbinden, die alles beinhaltet. Das ganze Universum. Dann können wir darauf vertrauen, dass jeder Moment ein Tanz ist. Und  auch die Schatten dürfen ganz normal mittanzen. Alles was raus muss, darf raus. Nichts bleibt verborgen, vor allem nicht dann wenn es gesehen und geheilt werden will. 

Das Geschenk das daraus resultiert ist so groß.  

Körper und Geist in ständiger Verwebung, als eins. 

Freischaltung gebundener Energie auf Körperebene, die den Geist neu abholt und beflügelt. 

Freischaltung ~ zu dieser Zeit ~ mehr als ein Wort.